Dr. Grom's No. 1: SCP-112-DE - Krampus

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Krampus mask, strongly resembling SCP-112-DE's appearance

Item #: SCP-112-DE

Object Class: Euclid

Special Containment Procedures: Verdeckt operierende Agenten in lokalen Ämtern, Behörden, Instituten und Vereinen, haben dafür Sorge zu tragen, dass Brauchtümer um Perchten-, Krampus-, und andere vergleichbare Läufe und Umzüge, insbesondere im Ostalpenraum, aber um der Förderung willen auch außerhalb der Gebiete in denen SCP-112-DE vorkommt, gefördert und erhalten werden. Dadurch ist zu bewerkstelligen, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung erhalten bleibt. Dies ist gegebenenfalls durch Spenden von Scheinfirmen der Foundation zu unterstützen, und Umzüge sind durch Foundationpersonal durchführen zu lassen, um den Brauch aufrecht zu erhalten.

Bekannte Populationen von SCP-112-DE sind regelmäßig via Aufklärungsdrohnen zu überprüfen. Die Ansiedelung von SCP-112-DE Familien in der Nähe menschlicher Siedlungen ist im Zweifel mit Waffengewalt zu unterbinden. Aufgrund der Gefahr des Aussterbens von SCP-112-DE, sind gewaltfreie oder nichttödliche Mittel zu bevorzugen. Reviere von SCP-112-DE sind als Naturschutzgebiete, militärische Sicherheitsbereiche, oder andere Gefahrengebiete zu kennzeichnen; Wanderwege sind gut ausgeschildert um die Reviere herum zu führen. In den Wintermonaten, sind die Populationen von SCP-112-DE genauer zu überwachen, und gegebenenfalls sind mittels Fütterungsstationen, Wanderungen von kleineren Gruppierungen zu vermeiden.

Vermeintlichen Sichtungen von Wölfen und Bären, sind stets nachzugehen, und zu prüfen, ob es sich dabei um SCP-112-DE Familien oder eremitierte Exemplare handelt. Wandernde und eremitisch lebende SCP-112-DE Exemplare sind zu überwachen, und bei Anzeichen von Aggression gegen menschliche Populationen mit nicht-tödlichen oder tödlichen Mitteln zu neutralisieren. Exemplare, die sich mehr als einem Jahr keiner Familie angeschlossen haben, sind zu terminieren, und nach einer Autopsie die Überreste zu kremieren.

Neue Populationen von SCP-112-DE sind durch die Forschungs-MTF DE6-𝔓 „Schönpercht” zu studieren. Es ist statthaft, durch die MTF, an allen SCP-112-DE Familien Langzeitstudien durchzuführen, um deren Verhalten weiter zu untersuchen, und regionale Unterschiede festzustellen; dabei ist auf Methoden der Primatenforschung zurückzugreifen. Es ist gestattet, Forschungen durch Annäherung an, oder gar Akzeptanz in der Gruppe, durchzuführen, unter Wahrung der eigenen Sicherheit. Zu den Sonnenwenden, und während der Wintermonate, ist sich auf Beobachtung aus der Distanz zu beschränken, und/oder automatisierte Mittel zu verwenden.

Beschreibung: SCP-112-DE (Caprinus erectus krampus) ist eine humanoide Spezies aus dem Tribus der Caprini (Ziegenartige). Ihre Statur gleicht der eines athletischen Menschen, sie sind aufrechtgehend, mit einer Körpergröße von im Schnitt 1,78 m bei weiblichen, 1,95 m bei männlichen Exemplaren. Sie tragen am ganzen Körper außer im Gesicht und an den Händen ein langes Fell, meist dunkelbraun bis schwarz, oder helles graubraun. Ihre Haut ist meist beige, in Einzelfällen jedoch braun bis schwarz, oder grauweiß. Die Augenfarbe variiert von hellgelb bis rotorange. Wie alle Ziegenartigen, tragen auch sie Hörner auf dem Kopf, deren Form je nach Individuum und Familie variiert, von stark gedreht bis beinahe gerade. Die Länge der Hörner richtet sich nach dem Alter und dem Geschlecht; Weibchen haben generell kürzere und dünnere Hörner. Ein etwa 40 Jahre altes, männliches Exemplar hat eine durchschnittliche Hornlänge von etwa 80 cm. Auffällig ist, dass SCP-112-DE auf Paarhufen gehen, jedoch an den vorderen Extremitäten Hände mit fünf Fingern haben, die dem Aufbau derer von Menschen sehr ähneln. Der größte Unterschied zu menschlichen Händen sind die längeren, knochigen Finger, und dicke, klauenartige Fingernägel mit demselben Aufbau wie ihre Hufe. Ihre auffälligen Gesichter zeigen menschenähnliche Züge, mit großen Mündern mit zu Reißzähnen ausgebildeten Schneidezähnen. Die Backenzähne sind jedoch Mahlzähne. Die großen, spitzen Ohren setzen seitlich am Schädel an. Einige Exemplare tragen einen „Ziegenbart”, ansonsten sind die Gesichter haarlos; oft befindet sich der Haaransatz erst in der Mitte des Kopfes und hinter den Ohren. Die Lebenserwartung wird auf durchschnittlich 110 Jahre geschätzt. Ihre Merkmale, insbesondere Gesichtsform, Fellfarbe und Form der Hörner, sind innerhalb der Familien meist recht ähnlich, variieren aber stark zwischen Familien. Ob es sich ursprünglich um mehrere regionalen Unterarten gehandelt hat, ist heute nicht mehr feststellbar. Ebenso ist eine Verwandtschaft mit SCP-042-CZ nicht auszuschließen, kann jedoch derzeit auch nicht bestätigt werden. Unter den brauchtümlichen Schiachpercht- und Krampusmasken sind einige, die die Gesichter von SCP-112-DE sehr genau abbilden, allerdings tragen SCP-112-DE, im Gegensatz zu den Figuren genannter Bräuche, keine Kleidung, Glocken oder Ruten, und ihre Köpfe sind weniger groß (da sie ihr Gesicht nicht als Maske tragen). Ihr Äußeres wirkt auf Menschen üblicherweise in allerhöchstem Maße bedrohlich, selbst Forschungspersonal, das täglich mit ihnen Kontakt hat, berichtet davon, sich manchmal unwillkürlich von ihrem Äußeren verängstigt zu fühlen.

SCP-112-DE sind zwar, für Wiederkäuer untypisch, Allesfresser, ernähren sich aber vorwiegend von pflanzlicher Kost, meist Beeren, Blätter, und Gräser, nicht selten auch Baumrinden. Außerdem sind sie Aasfresser, fressen Insekten und Würmer, und gehen gelegentlich auf die Jagd, bevorzugt auf kleinere Wildtiere wie Hasen und Füchse. Sie scheuen sich aber auch nicht davor, größere Wildtiere zu jagen. Nur bei größter Nahrungsknappheit, nähern sie sich menschlichen Siedlungen. Da im Sommer keine Knappheit herrscht, und im Winter kein Vieh auf den Almen ist, nehmen sie dafür große Strecken in Kauf, bevorzugt, um Vieh zu verschleppen. Menschen greifen sie normalerweise nicht an, erlegen lediglich Wanderer und Jäger, die sie überraschen oder die wandernden SCP-112-DE oder Einzelgängern begegnen. Finden sie auch kein Vieh, werden sie provoziert, oder ist ihre Not zu groß, kommt es zu Angriffen auf menschliche Behausungen. Sie pflegen Vieh und Menschen unter Zwang zu ihren Wohnstätten zurückzuführen, um sie erst dort zu töten, und sie auf dem Weg nicht tragen zu müssen. Fütterungsstationen der Foundation, sollen Hungersnot bei SCP-112-DE vermeiden, und sind damit essentieller Teil der Eindämmung.

Die Größe und die Hornlänge sind die einzigen von außen sichtbaren Unterscheidungsmerkmale der Geschlechter; die Geschlechtsorgane sind im nicht erregten Zustand völlig im Fell verborgen. Die Weibchen haben ein flaches zweihälftiges Euter mit je einer Zitze im Brustbereich, welches nur während der Säugezeit gelegentlich durch das Fell auszumachen ist. Die Milch entspricht in Zusammensetzung und Geschmack dem Üblichen der Ziegenartigen. Die Tragzeit beträgt etwa 7½ Monate, Geburten von mehr als einem Jungtier konnten noch nicht bestätigt werden. Totgeburten sind sehr häufig und die Sterblichkeit der Jungtiere ist sehr hoch, meist überlebt nur jedes Achte bis zur Geschlechtsreife. Die genauen Gründe hierfür sind bisher nicht bekannt, es wird jedoch angenommen, dass der Ursprung von SCP-112-DE, Inzest, sowie kulturelle Gründe dazu beitragen.

DNA-Analysen ergaben, dass sie eindeutig dem Tribus der Ziegenartigen angehören, jedoch eine eigene Art (Caprinus erectus krampus) und Gattung (Caprinus erectus) bilden. Die starke Varianz ihrer Merkmale lässt vermuten, dass ihre heutige Art aus der Vermischung mehrerer Arten dieser Gattung entstand, was ein Grund für die hohe Sterblichkeit sein könnte. Es ist nicht bekannt, ob noch weitere Arten der Gattung Caprinus erectus existieren. Die Analysen ergaben außerdem eine erstaunliche Ähnlichkeit mancher DNA-Abschnitte, zur DNA des Menschen; es kann jedoch aus genetischer Sicht ausgeschlossen werden, dass es sich um einen Hybriden1 oder eine Chimäre2 handelt. SCP-112-DE ist derzeitigen Forschungen und Einschätzungen nach, auf anomale Weise entstanden; es wird angenommen, dass SCP-112-DE als Art nur eine geringe Evolution durchgemacht hat. Zeitgenössischen Berichten zufolge, existierte SCP-112-DE bereits im Hochmittelalter, siehe Historisches Dokument H1158AUE-9.

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Verbreitungsgebiet von SCP-112-DE.
Rot: Ehemaliger Lebensraum
Blau: Heutiger Lebensraum

SCP-112-DE ist, durch Verdrängung aus seinen angestammten Lebensräumen, der geringen Fortpflanzungsrate, und dem eingeschränkten Genpool in Verbindung mit teils großen Distanzen zwischen Familien, eine gefährdete (Gefährdungsstufe EN Externer-Link.png) Art, und wurde durch das PSASF3 unter Schutz gestellt. Derzeit laufen Forschungen, wie SCP-112-DEs Überleben langfristig gesichert werden kann, unter gleichzeitiger Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Eindämmung. Dazu wird auch die Unterbringung in einem Reservat in den Alpen erwogen, oder ein Transfer der gesamten Population in weit weniger dicht besiedelte Gebiete ähnlichen Klimas, wie den Wäldern Skandinaviens, der Russischen Föderation, oder Kanadas. Gleichzeitig wird erforscht, wie SCP-112-DE Individuen angeregt werden können, verstärkt Wanderungen zu anderen Familien zu unternehmen, um Inzest zu reduzieren. Ein erster Schritt zum Schutz von SCP-112-DE ist, sie durch Forschung und passive Maßnahmen in ihrem Lebensraum einzudämmen.

Innerhalb der Familien sind SCP-112-DE sehr sozial, die Familien haben eine matriarchalische Struktur, wobei das älteste noch gebärfähige Muttertier üblicherweise das Familienoberhaupt ist. Ältere Weibchen helfen bei der Aufzucht der Jungtiere. Es herrscht keine Paarbildung, alle berechtigten geschlechtsreifen Individuen, haben miteinander regelmäßig Geschlechtsverkehr, unabhängig von der Empfängnisbereitschaft, jedoch anders als zum Beispiel Bonobos, nur heterosexuell. Bevor ein Männchen als zum Koitus berechtigt gilt, verlässt es die Familie, und macht sich auf die Suche nach einer anderen Familie die es aufnimmt. Wenn es nach etwa einem Jahr keine neue Familie gefunden hat, kehrt es oft zu der Seinigen zurück. Es steht zu vermuten, dass diese Praxis ursprünglich der Wahrung der genetischen Vielfalt diente, und um durch die Aussonderung schwacher Männchen eine evolutionäre Stärkung der Spezies herbeizuführen, wie es bei zahlreichen Tierarten üblich ist. Es wird angenommen, dass Männchen die keine Familie fanden ursprünglich nicht in ihre Familie wiederaufgenommen wurden, oder dort nicht als zur Paarung berechtigt galten, sondern dass sich dies erst im Laufe der Zeit entwickelt hat. Durch die wenigen, weit auseinander liegenden Populationen, ist es den wenigsten Männchen auf Wanderschaft möglich, eine neue Familie zu finden, sodass es nach ihrer Rückkehr zu Inzest kommt. Ein Transport solcher Männchen durch die Foundation ist oft nicht möglich, da SCP-112-DE Betäubungsmittel sehr schlecht verträgt, sie während ihrer Wanderung sehr aggressiv sind, und ihnen der Sinn eines Transports nicht begreiflich zu machen ist. Die wenigen Male in denen ein Transport gelang, waren jedoch stets von Erfolg gekrönt, und die empfangenden Familien zeigen sich über neue Männchen üblicherweise in höchstem Maße begeistert. Es kam in einem Fall sogar zu einer Umstrukturierung der Familie in ein Patriarchat, und der Vertreibung oder Tötung aller anderen Männchen der Familie. Im Allgemeinen sind sie jedoch sozial und fürsorglich untereinander, und auch gegenüber Forschern die sie akzeptiert haben.

SCP-112-DE sind intelligent, und kulturschaffend. Ihr IQ wird auf etwa 50 Punkte angenommen, das entspricht intelligenteren Menschenaffen. Sie sind in der Lage, Werkzeug zu nutzen - sowohl aus Stein und aus Holz - aber auch welches, dass sie von Menschen gestohlen haben. Männchen auf der Wanderung nähern sich gelegentlich dünnst besiedelten menschlichen Behausungen, etwa Almen, um die Bewohner zu beobachten, nach dem Almabtrieb Werkzeug und gelegentlich auf der Alm hinterlassende Vorräte zu stehlen, und durch Nachahmung den Einsatz des Werkzeugs zu erlernen. Es wurde ein Fall bekannt, in dem ein wanderndes Männchen für die Sommermonate eine Almhütte bezog und in einem Bett schlief. Sie machen Feuer um sich zu wärmen und Fleisch und andere Speisen zu garen, um Speisen und frisches Feuerholz zu trocknen und damit haltbar zu machen, und kennen den Einsatz bestimmter Kräuter als Gewürze. Sie wissen auch um die heilende Wirkung bestimmter Pflanzen. Der Wissensschatz ist dabei von Familie zu Familie sehr unterschiedlich, und hängt von der Nähe zu Menschen, sowie dem Zuzug neuer Männchen ab. Es zeigt sich außerdem, daß sie sich Verhalten der Forscher in ihrer Nähe abschauen, weshalb dort darauf zu achten ist, ihnen nicht versehentlich etwas beizubringen, dass sie nicht wissen sollen. Etwa den Einsatz moderner Waffen, Funkgeräte oder Gaskocher. Jedoch gelingt es ihnen nicht, trotz ausführlicher Beobachtung und Begutachtung von Almhütten, solche selbst zu errichten, auch wenn das Werkzeug dafür vorhanden ist. Die meisten Familien leben jedoch in Höhlen oder unter Felsvorsprüngen.

Aufgrund ihrer Physiologie, sind sie nicht zu verbaler Sprache in der Lage, sie geben lediglich eine Varianz an Blök-Lauten von sich, üblicherweise mit einer tiefen, rasselnden Stimme. Jedoch haben sie eine eigene Gebärdensprache entwickelt, welche Handgesten, Körperhaltung, Mimik und Laute verwendet. Sie ist zwar nicht sonderlich komplex, aber durch die eingeschränkte Fähigkeit von Menschen, ihre Ohren zu bewegen und zu blöken, für diese nur bedingt, jedoch hinreichend erlernbar. Jede Familie hat dabei einen eigenen Dialekt dieser Zeichensprache, die in Grundzügen jedoch bei allen gleich ist. Die Sprache besteht hauptsächlich aus Nomen und Verben, selten Adjektiven. Sie verwenden keine Namen. Sätze folgen üblicherweise einer logischen und chronologischen Reihenfolge, es gibt aber keine klare Grammatik, außerdem verwenden sie Bindegesten, um die Zusammengehörigkeit von Worten zu deklarieren, und sie verwenden Modifikationszeichen um Vergangenheitsform oder Futur anzuzeigen. „Gib mir den Stein” zum Beispiel, würde meist als „Du-(Befehl-gehen)-Stein-ich” dargestellt. Ihre natürliche Mimik weicht von der des Menschen ab, Forscher die mit ihnen arbeiten haben ihre Mimik soweit es ihnen gelingt, nachzuahmen. Gleichzeitig haben einige Exemplare sich angewöhnt, Menschen gegenüber deren Mimik zu imitieren, und sie zeigen eine Empathiefähigkeit gegenüber Menschen und Tieren. Sie sind jedoch nicht in der Lage, menschliche Zeichensprachen zu erlernen, zeigen aber Anzeichen, dass sie fähig sind, Menschliche Sprache sinnerfassend zu verstehen. Ein Katalog bekannter Zeichen und Dialekte ist bei MTF DE6-𝔓 abrufbar; neue Feldforscher haben vor ihrem Einsatz diese Sprache in einem Kurs zu erlernen. SCP-112-DE scheinen sich bewusst zu sein, dass sie auf Menschen eine stark furchteinflößende Wirkung haben, und manche machen sich einen Spaß daraus, Forscher zu erschrecken, insbesondere neu hinzugekommene. Sie nutzen diesen Umstand auch für die Jagd auf Menschen, und um sie gefügig zu machen.

SCP-112-DE sind religiös und haben eine Naturreligion. Alle Familien haben ein Heiligtum, teils einen heiligen Ort, oder heilige Objekte. Diese sind die einzigen, zu denen sie Forscher die sie sonst in ihrer Mitte dulden nicht vorlassen, und zeigen Drohgebärden bis hin zu offenen Aggressionen, wird sich diesen genähert. Daher ist über ihre Religion nicht viel bekannt, außer dass es sich scheinbar um die Verehrung einer Muttergottheit handelt. Empfängnisbereite Weibchen schmücken sich oftmals mit geschnitzten, Venusfigurinen4, die sie in ihr Fell im Bauch- oder Schambereich knoten. Trächtige Weibchen knoten hingegen zahlreiche Kiesel und Stöckchen in ihr Fell. Die Sonnenwenden scheinen von religiöser Bedeutung zu sein, denn dann vertreiben SCP-112-DE die Forscher aus ihren Revieren, ebenso wie zu den Raunächten, und je nach Witterung den ganzen Winter über. Sie pflegen dann, alle Hinterlassenschaften der Forscher - auch auf Bäumen installierte Kameras - zusammenzutragen und außerhalb ihrer Wohnstätten zu lagern, geben sie aber von sich aus den Forschern zurück, wenn diese sich wieder nähern. Eine erneute Annäherung ist generell nicht vor dem 1. März zu empfehlen, wohl aber eine Beobachtung durch hoch fliegende oder extrem leise und unauffällige Drohnen. Sie scheinen einen rudimentären Totenkult zu haben, da sie verstorbene Artgenossen stets als Gruppe an denselben Ort im Wald befördern, sie an einen Baum lehnen, und mehrere Stunden dort verbringen, ehe sie den Leichnam der Verwesung und dem Verzehr durch Aasfresser überlassen. Forscher werden bei diesem Prozess nicht geduldet; es wird angenommen, dass es sich um einen religiösen Ritus handelt.

Männchen auf Wanderschaft verhalten sich reizbar und dulden keine Forscher in ihrer Nähe. Es wird vermutet, dass dies dem Stress aus dem Umstand, dass sie allein überleben müssen geschuldet ist, sowie dem, dass wandernde Männchen die sich begegnen, höchst aggressiv aufeinander reagieren, selbst wenn sie Geschwister sind. Dies ist eine der wenigen ernsthaft aggressiven Handlungen, die zwischen Exemplaren von SCP-112-DE beobachtet wurden, und zum Tod des unterlegenen Männchens, sowie Kannibalismus führen können. Es ist naheliegend, dass dies ein Teil der durch die Wanderungen mutmaßlich beabsichtigten Auslese ist. Es wird auch angenommen, dass es sich heute um eine religiös begründete Tradition handelt, denn teilweise halten sich die wandernden Männchen nur einige Kilometer von ihrer Familie auf, bleiben für einige Monate an einem Ort und kehren dann unverrichteter Dinge zurück um sich direkt zu paaren. Desweiteren werden sowohl bei ihrer Abreise als auch bei der Rückkehr keine Forscher der Foundation in der Nähe geduldet, wenngleich die SCP-112-DE ansonsten keine Scham besitzen. Es wurde auch beobachtet, dass SCP-112-DE nach einem Streit für einige Zeit die Familie verlassen, dies kommt auch bei Weibchen vor, jedoch wandern sie üblicherweise nicht besonders weit, und kehren schneller heim. Es konnte auch beobachtet werden, dass mehrere SCP-112-DE beiderlei Geschlechts eine Familie verließen, um sich an anderer Stelle niederzulassen und eine eigene Familie zu gründen.

Finden wandernde Männchen jedoch nach etwa einem Jahr - spätestens dem zweiten Wintereinbruch - keine neue Familie, werden sie einsiedlerisch. Einsiedelnde SCP-112-DE dulden kein tierisches Leben in ihrer Nähe, und reißen in einem Umkreis von einigen hundert Metern um ihre Behausung oft auch Pflanzen am Boden aus. Sie ernähren sich vermehrt von tierischer Kost; was ein verstärktes Muskelwachstum zur Folge hat. Trotz ihrer Einsiedelei, meiden sie Artgenossen oder Menschen aber nicht zwingend. Kommt ihnen bei der Jagd ein Mensch oder ein Artgenosse in die Quere, weichen sie nicht aus, wie in Familien lebende Exemplare, sondern greifen sofort an, und versuchen ihre Beute durch brechen der Gliedmaßen zu immobilisieren, um sie noch lebend in ihre Behausung zu verschleppen, außerdem stehlen sie verstorbene SCP-112-DE, die von nahen Familien an ihrem Ort für die Toten abgelegt wurden. Sie verzehren ihre Beute durch Abbeißen oder Abtrennen von Fleischstücken mit Werkzeugen. Es wurde beobachtet, wie sie Beute direkt neben ein Feuer legten, um Gliedmaße darauf zu legen und sie so Stück für Stück lebendig zu garen. Außerdem scheinen sie noch lebende Artgenossen oder Menschen zu ihrem Vergnügen zu quälen, insbesondere Menschen, die üblicherweise eine erheblich niedrigere Schmerzresistenz als SCP-112-DE haben, und wesentlich leichter in Angst zu versetzen sind. Oder indem sie sich an ihrer Beute vergehen, unabhängig von deren Gattung und Geschlecht. Knochen, Zähne, Kleidungsfetzen, Haut- und Fellstücke, Dinge aus dem Gepäck von Wanderern, knoten sie manchmal in ihr Fell, oder fertigen dreieckige Totems indem sie diese Dinge mit langen Fellbüscheln zusammenknoten, und sie in Bäume hängen, ebenso stecken sie gern die Schädel ihrer Opfer auf Äste und dicke Zweige. Knochen, Fellstücke, Kleidung und Ausrüstung die sie nicht hierfür verwenden, stapeln sie oder verteilen sie wahllos um ihr Lager. Es ist unklar, warum sie sich so verhalten. Ursprünglich wurde angenommen, es handle sich um eine Trotz- und Stressreaktion, nach längerer Beobachtung wurden jedoch religiöse Gründe angenommen, der Bau von Totems und das passive Verhalten der Familien, die in keinem Fall versuchen einsiedelnde SCP-112-DE zu überwältigen, sondern eher fortziehen, sprechen dafür. Je nach verfügbarem Werkzeug, schnitzen sie gern Fratzen in Bäume oder Baumstümpfe um ihr Lager. Es wird heute angenommen, dass es sich dabei nicht um eine Art Familienersatz handelt, sondern um Pfahlgötzen.

In Gefangenschaft verhalten sich alle SCP-112-DE äußerst aggressiv. Ursprüngliche Versuche, eine Familie als Ganzes in einer Terrarium-Zelle einzudämmen, wurden durch ständige Beschädigung der Einrichtung - selbst Deckenleuchten -, Ausbruchsversuche, und erhebliche Aggression gegen Foundationpersonal quittiert. Sie alle knoteten alles was stabil genug schien wie eine Art Rüstung in ihr Fell, und wann immer sich ein Exemplar verletzt hatte, sie Fleisch, oder D-Klässler bekamen, besudelten sie ihre Gesichter und ihr Fell mit Blut. Es wird angenommen, dass dies ein in freier Wildbahn noch nicht beobachteter kriegerischer Zustand ist. Nach ihrer Freilassung in ihr Revier, verhielten sie sich territorial, und aggressiv, auch gegenüber Tieren, allerdings ließen sie nach dem Winter Menschen auf Sichtweite heran, und lassen heute Forscher in ihrem Lager zu. Darauf angesprochen, signalisierte die Matriarchin „vergeben-müssen” und „(Erde-Mutter)-befohlen”.

Vorfall #112-DE/I1:
Im Jahr 2011 - SCP-112-DE wurde 2009 durch das PSASF unter Schutz gestellt - gelang es dem MTF DE6-𝔓 erstmals, mit Methoden der Primatenforschung, von SCP-112-DE derart akzeptiert zu werden, dass sie sich in deren Mitte frei bewegen konnten, solange sie nicht versuchten in deren Wohnhöhle einzudringen. Sie wurden gar in soziale Interaktionen einbezogen, wie dem gegenseitigen Lausen, und bekamen gelegentlich Speisen angeboten, und teilten ihrerseits gelegentlich ihre Rationen mit SCP-112-DE. Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine zeitliche Einschränkung des Kontakts. Es gab auch noch keine winterlichen Fütterungen. Zwar war der Winter 2011-2012 nicht so karg dass sie keine Nahrung gefunden hätten, die SCP-112-DE gingen mit Nahrung jedoch wesentlich sparsamer um, und lagerten mehr ein.

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